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Eine Musik-Rarität in Ingolstadt

Die Wiege der italienischen Oper – Simon-Mayr-Tage 2009 in Ingolstadt

Was Georg Friedrich Händel für England, Christoph Willibald Gluck für Frankreich, das hat er für Italien geleistet: Johann Simon Mayr, geboren am 14. Juni 1763 in Mendorf nahe dem oberbayerischen Eichstätt gilt als „Vater der italienischen Oper“. Stets im Schatten seiner Zeitgenossen Haydn, Beethoven und Rossini stehend, war er einer der berühmtesten Opernkomponisten um 1800. Metropolen wie Rom und Mailand, London und Paris, Wien und Lissabon sahen seine Werke. Als Mayr am 2. Dezember 1845 in Bergamo starb, erwies ihm eine große Trauergemeinde, darunter Giuseppe Verdi, die letzte Ehre.

Im Kirchenchor hatte der Knabe seine Liebe zur Musik entdeckt, im Benediktinerkloster Weltenburg Musikunterricht erhalten. Am Ingolstädter Jesuitenkolleg bekam Mayr 1774 einen Freiplatz, studierte Philosophie, Medizin und Jura. Seine eigentliche Liebe galt jedoch der Musik. Schon bald erschien seine erste gedruckte Komposition „Lieder beim Klavier zu singen“.

Im Jahr 1787 trat im Leben des jungen Musikers eine entscheidende Wende ein. Mit dem Freiherrn Thomas von Bassus, der neben Adam Weishaupt zu den Stiftern des „IIluminatenordens“ gehörte, fand Simon Mayr einen großen Förderer.

Doch just in jener Zeit zogen die Geheimbünde die Aufmerksamkeit der bayerischen Obrigkeit auf sich und wurden am 22. Juni 1784 verboten. Viele Mitglieder flüchteten, und so gelangte auch Simon Mayr um 1787 nach Graubünden und später ins norditalienische Bergamo. Im musikbegeisterten Domherrn Graf Pesenti fand er einen großen Gönner, der ihm ein Kompositionsstudium in Venedig ermöglichte, 1794 feierte Mayr mit der Aufführung seiner ersten Oper „Saffo“ im „Teatro della Fenice“ dort einen ersten Triumph. Eine steile Opernkarriere schloß sich an. Alle großen Theater in ganz Europa spielten seine Werke. Sein Schaffen umfasste schließlich etwa 60 Opern, ca. 600 Kirchenmusikwerke und viel Kammermusik.

1806 öffnete eine von Mayr konzipierte städtische Musikschule die Pforten, an der er selbst das Fach Komposition unterrichtete. Diese Schule, in der mittellose, jedoch begabte junge Menschen eine gründliche musikalische und allgemeine Ausbildung erhielten, wurde zum Vorbild für ähnliche Einrichtungen in ganz Italien. Am 2. Dezember 1845 starb der hoch geachtete große Meister im Alter von 82 Jahren in Bergamo. In den folgenden Jahren wurde es um den großen Meister der italienischen Oper still. Seine Werke verschwanden in den Musikarchiven.

Erst 1963 wurde er anlässlich seines 200. Geburtstag wieder entdeckt und in einem großen Festprogramm mit Aufführungen von Festmessen, Konzerten und Opern von Mayr in München und Ingolstadt großartig gefeiert. Doch bald wurde es um Mayr wieder still und er wurde erneut vergessen. Allerdings gibt es einen kleinen Trost für die Bewunderer seiner Musik: Die Simon-Mayr-Tage, die heuer vom 4. September bis 4. Oktober seine Werke wieder ins Bewußtsein rufen sollen. Mit Werken wie der Opern „Il sacrifizio di Jefte“ und „Medea in Corintho“, dem Oratorium „Samuele“ für Soli, Chor und Orchester, Orgelkonzerten und Vorträgen aus Mayrs „Klavierbüchlein“ wird dem in Deutschland fast unbekannten Musikgenie ein Andenken bewahrt

Nähere Informationen zu den Simon-Mayr-Tagen 2009 erhalten Sie bei:
Simon Mayr Institut, Hohe-Schul-Straße 4, D-85049 Ingolstadt, Tel.: +49 08 41/305-2811,

Aktuellere Informationen über Simon Mayr von 2017

 

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