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Nordirak: Deutscher Kontingentführer tot aufgefunden – Spekulationen um Todesursache

 

Die Meldung:

Die Meldung des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr lautet sachlich kurz: „Am 23. September gegen 8.50 Uhr Ortszeit (7.50 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit) wurde der Kontingentführer des Deutschen Einsatzkontingents Ausbildungsunterstützung Nordirak, Oberst Stephan Spöttel, tot in seinem Hotelzimmer im Hotel „Cristal“ in Erbil aufgefunden. Nach derzeitigen Informationen liegen keine Erkenntnisse zu einem Suizid oder auf Fremdeinwirkung vor. Seine Angehörigen wurden informiert. Die Führung des Deutschen Einsatzkontingentes hat der Führer Deutsche Kräfte, Oberstleutnant Jan Heymann, übernommen.“ (1)

Der 1959 geborene und seit 1978 in der Bundeswehr tätige Spöttel war seit 3. Juni 2015 Kommandeur der 104 deutschen Soldaten in der Region im Nordirak und Leiter des international besetzten Kurdistan Training Coordination Center (KTCC). Vor seinem Einsatz im Irak war er drei Jahre Stellvertretender Brigadekommandeur und Kommandeur der Brigadeeinheiten Panzerbrigade 12 in Amberg, die letzten zwei Jahre Referatsleiter im Kommando Heer, Grundsatz Log.

 

Der Einsatz:

Deutschland unterstützt nach dem Beschluß der Bundesregierung vom 31. August 2014 „diejenigen, die der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) militärisch Einhalt gebieten“, um die Lage im Irak und in der gesamten Region mit der Bedrohung von Millionen Menschen zu stabilisieren. Die deutschen Unterstützungsleistungen sind dabei eingebettet in US-geführte, multinationale Anstrengungen zum „nachhaltigen Fähigkeitsaufbau der irakischen Streitkräfte sowie der Sicherheitskräfte der Regierung der Region Kurdistan-Irak“ mit militärischer Ausbildung, Ausrüstung, Waffen und Munition. Ende September 2014 erfolgte die erste Lieferung von Waffen und Munition. Mit 20 Flügen wurden bis Anfang November 2014 militärisches Gerät (Funkgeräte, Minensonden, Nachtsichtgeräte) sowie Fahrzeuge und Waffen (Maschinengewehre, Gewehre, Panzerfäuste) über Bagdad nach Erbil transportiert. Insgesamt umfaßten diese Transporte 1.365 Tonnen Material. Dabei fungiert das deutschen Generalkonsulat in Erbil als militärisches Verbindungselement für die Übergabe der Rüstungsgüter und des Hilfsmaterials.
Bereits Anfang September 2014 begann in Erbil auch die Einweisung ausgesuchter kurdischer Peschmerga-Kämpfer in die Waffen (z.B. Panzerabwehrrakete „Milan“) und in die gelieferte Ausrüstung durch deutsche Soldaten. Diese Einweisungen endeten Anfang Februar 2015. Der Deutsche Bundestag beschloß am 29. Januar 2015 mit 457 Ja- und 79 Nein-Stimmen bei 54 Enhaltungen eine weitere Ausbildungsunterstützung der „Sicherheitskräfte der Regierung der Region Kurdistan-Irak“ (2) und der irakischen Streitkräfte durch bewaffnete deutsche Streitkräfte. Das Mandat ist bis zum 31. Januar 2016 befristet (3). Diese multinationale Ausbildungsunterstützung der als „Sicherheitskräfte“ bezeichneten Kämpfer läuft derzeit. Die Bundeswehr erledigt dabei unter anderem folgende Aufgaben:
„Durchführung und Koordinierung von militärischen Ausbildungslehrgängen mit Schwerpunkt im Raum Erbil und in Abstimmung mit den internationalen Partnern der Allianz.
Verbindungs-, Beratungs- und Unterstützungsaufgaben gegenüber den Regierungen in Bagdad und Erbil sowie gegenüber ihren Sicherheitskräften und den Hauptquartieren der internationalen Allianz gegen „IS“.
Gewährleistung von Führungs-, Verbindungs-, Schutz- und Unterstützungsaufgaben für die Durchführung des Einsatzes (…)“ (4)

Vor wenigen Tagen erst hat ein weiteres Peschmerga-Bataillon im Nordirak erfolgreich seine dreiwöchige Ausbildung absolviert. Die Kämpfer lernten unter anderem, worauf es beim Schießen ankommt, wie man sich taktisch im Gelände bewegt, und wie ein Feuerkampf geführt wird. Da in den Gefahrenanalysen offenbar davon ausgegangen wird, daß der „IS“ auch Chemiewaffen einsetzt, ist die Ausbildung auf den Bereich der atomaren, biologischen und chemischen Abwehr (ABC-Abwehr) ausgeweitet worden (5). Oberst Spöttel äußerte sich zufrieden. „Wenn man die anfänglichen Leistungen mit dem vergleicht, was sie heute gezeigt haben, dann ist das eine respektable Leistung, auf die sie stolz sein können. Auch meine Soldaten haben sehr gute Arbeit geleistet, ein rundum gelungener Durchgang.“

 

Beim Feuerkampf kontrollieren die Ausbilder noch einmal die Schießtechnik
(Quelle: Bundeswehr/PAO Erbil)

 

 

Erbil:

Erbil wurde auf Veranlassung der USA nach dem Irakkrieg von 2003 Hauptstadt, Wirtschafts- und Handelszentrum und Sitz der Regierung der Autonomen Region Kurdistan im Irak. Wegen der stabilen Sicherheitslage ist die Stadt Standort des Regionalparlaments und beherbergt einige Auslandsvertretungen u.a. der USA, Russlands, Irans, Großbritanniens, Frankreichs, Chinas und Deutschlands und ein Büro der UNO. Im August 2014 wurde der „IS“-Vormarsch 40km vor Erbil mit heftigen US-Luftangriffen gestoppt und eine US-geführte  Anti-IS-Allianz geschmiedet, die die Stadt und weitere Kurdengebiete seither vor allem aus der Luft vor weiteren Attacken schützt. Lediglich einige Selbstmordkommandos des „IS“ konnten bisher Anschläge in Erbil durchführen, ohne jedoch die militärische Lage verändern zu können. Daher war es selbstverständlich, für die weiteren militärischen Aktivitäten der  Anti-IS-Allianz die Stadt auszuwählen.

Das unter deutscher Verantwortung derzeit entstehende Feldlager in der Nähe des Flughafens soll Unterkünfte und Arbeitsbereiche für 400 Soldaten bieten. Beteiligte Nationen sind neben Deutschland, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Finnland. Temperaturen von 45 Grad im Schatten und logistische Probleme haben die Fertigstellung bisher verhindert – die Baumaßnahmen sind aber so gut wie abgeschlossen. Zur Zeit sind die Soldaten zum Teil noch in Hotels in Erbil untergebracht, so auch Oberst Spöttel im Fünf-Sterne-Luxushotel „Erbil Cristal“. Der Focus berichtete dazu gerade erst, die Bundeswehr habe das komplette Luxushotel für die Soldaten für rund eine halbe Million Euro pro Monat angemietet – „aus Sicherheitsgründen“ –, und das deutsche Kommando bewege sich in 30, ebenfalls angemieteten, Panzerfahrzeugen. Kosten dafür: 14.130 Euro täglich (6).

 

Innenansicht Christal Erbil Hotel – ein „Hauch von Luxus“

 

Peschmerga und PKK:

Vor allem kurdische Truppen kämpfen gegen den „Islamischen Staat“ in Syrien und im Nordirak. Dabei sind in der Region unterschiedliche kurdische Gruppen aktiv: Die Peschmerga sind im Nordirak tätig. Entstanden Ende des 19. Jahrhunderts, sind sie die älteste und mit rund 130.000 Kämpfern größte kurdische Unabhängigkeitsbewegung und der kurdischen Regionalregierung in Erbil unterstellt. Aber bei weitem nicht alle. Manche agieren unabhängig in Kleinverbänden. Seit ihrem ruhmlosen Rückzug aus dem Sindschar-Gebirge 2014 sind die Peschmerga unter den Kurden nicht mehr sonderlich gut angesehen. Bewaffnete Kräfte der PKK kämpften damals Tausenden Jesiden den Weg aus dem Gebirge frei. Diese wären ohne die PKK-Kämpfer wohl dem Terror des „IS“ zum Opfer gefallen. Der Westen setzt offiziell gleichwohl auf die Peschmerga und liefert ihnen Waffen und bildet sie daran aus.

Die bewaffneten Einheiten der PKK („Kurdische Arbeiterpartei“), die sogenannten „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG) sind vor allem auf syrischem Territorium gegen den „Islamischen Staat“ aktiv. Dabei handelt es sich zwar nur um rund 15.000 Mann, diese sind aber straff geführt und werden effektiv eingesetzt. Die PKK-Kämpfer übernahmen nach und nach die größten Teile des Grenzgebiets zur Türkei, in denen sie ihre eigene Zivilregierung errichteten. Im monatelangen Kampf um Kobani haben sie den „IS“ mit Hilfe von US-geführten Luftangriffen aus der Grenzstadt verdrängen. Im Juni vertrieben sie die Terror-Miliz zudem aus ihrer Hochburg Tel Abiad, wodurch der „IS“ einen Schlüsselweg für den Schmuggel von Öl und Kämpfern aus dem Ausland einbüßte.

Auf der anderen Seite richten sich die Angriffe der auf türkischem Staatsgebiet lebenden und ebenfalls in der PKK organisierten Kurden gegen die Türkei. In einem Jahrzehnte langen Kampf für Unabhängigkeit und Autonomie sind bisher schon Zehntausende Menschen getötet worden. Die „Kurdische Arbeiterpartei“ wird von der Türkei, den USA und ihren europäischen Verbündeten als Terror-Organisation betrachtet und verfolgt. Die Spannungen lebten erst vor wenigen Wochen wieder auf durch einen mutmaßlichen IS-Selbstmordanschlag in der südtürkischen Stadt Suruc, bei den 32 Menschen getötet wurden. Kurdische Gruppen machten die türkische Regierung verantwortlich, weil diese offen oder verdeckt den „IS“ unterstütze. In der Folge begann die Türkei mit Luftangriffen, die nach offizieller Darstellung zwar gegen die Terrormiliz des „IS“ gerichtet sein sollen, tatsächlich aber greift die türkische Luftwaffe die Lager und militärischen Einrichtungen der kurdischen Arbeiterpartei PKK ebenfalls – wenn nicht sogar ausschließlich – an. Während die Türkei also die Kurden im Nordirak offiziell als Verbündete bezeichnet, bombardiert sie kurdische Einrichtungen im gesamten türkisch-irakisch-syrischen Grenzgebiet. Besonders schwer und zerstörerisch waren wohl gerade die Angriffe der letzten Tage, bei denen Bunker, Waffendepots, Versorgungseinrichtungen, Ausbildungscamps und Führungszentren der PKK-Milizen von türkischen F-16 und F-4 2020 Kampfjets sehr wirkungsvoll getroffen wurden mit Dutzenden oder sogar Hunderten von Toten, was der Türkische Generalstab einer besonders guten „Aufklärung durch Drohnen und anderen technischen Hilfsmitteln“ zuschreibt. (Wer hat hierfür wohl die effektivsten Mittel in seinem Arsenal?) (7)

 


Von Kurden kontrollierte Gebiete im Nordirak und in Syrien
(Quelle: www.tagesschau.de/multimedia/bilder/sendungsbild-96563~_v-videowebl.jpg

 

Spekulationen:

Worauf beruhen Spekulationen (von lat. speculari spähen, beobachten; von einem erhöhten Standpunkt aus in die Ferne spähen)? Es sind unbeweisbare Hypothesen, die meist darauf beruhen, daß Fakten in einen neuen Zusammenhang gestellt und dann neu bewertet werden.

Die Fakten hier sind: Es gibt einen dem Augenschein (mehreren aktuellen Fotos) nach kerngesunden Oberst der Bundeswehr im Auslandseinsatz (sicher vorher mit deutscher Gründlichkeit medizinisch untersucht und für einsatztauglich befunden), der nach mehrmonatigem Einsatz plötzlich tot ist. Der Einsatz war von enormer Brisanz, fand er doch in einer enorm verworrenen Interessen- Gemengelage zwischen „IS“-Terrorismus, PKK-Befreiungskampf, kurdischen Sezessionsbestrebungen im Irak, syrischem Bürgerkrieg, westlichen Dominanzbestrebungen und türkischen Sonderinteressen statt, von den damit verbundenen geostrategischen, wirtschaftlichen (Erdöl, Waffenproliferation etc.) oder politischen Auswirkungen (Flüchtlingsströme, Destabilisierung, Machterhalt oder -verlust herrschender Eliten) mal ganz zu schweigen. Der Einsatz fand zudem statt in einem Umfeld eskalierender Gewalt (durch das jüngste militärische Vorgehen der Türkei gegen die Kurden) bei ohnehin schon hohem Gewaltlevel in diesen mit unerbittlicher Härte ausgetragenen Konflikten. Als Kommandeur des deutschen Ausbildungseinsatzes und zweiter Mann der westlichen Anti-IS-Koalition war Oberst Spöttel nicht nur für die politischen und militärischen Ziele von größter Bedeutung, sondern vertrat diese auch mit seiner Person in der Außendarstellung (8).

Mag Erbil zwar insgesamt als sicher erscheinen – abgesehen von den Selbstmordanschlägen in 2014, die sich jederzeit wiederholen könnten –, so bleibt doch festzustellen, daß die Unterbringung der Soldaten und Offiziere in Hotels der Stadt anstatt in eigenen, militärisch gesicherten Camps eine stetige Gefahrenlage schafft, der sich Oberst Spöttel auch durchaus bewußt war (9). Weiter besteht die Gefahr außerhalb des Hotels bei Bewegungen zum entstehenden Camp, zum Flughafen, zu den Ausbildungslagern und außerhalb Erbils in den Kampfgebieten, die Oberst Spöttel regelmäßig aufsuchte (10). Man denkt hier unwillkürlich an Feldmrschall Rommel, der 1944 nach einem Frontbesuch in einen alliierten Tieffliegerangriff geriet und schwer verwundet wurde(11).

Kein Wunder also, daß die offizielle Version auf Skepsis stößt und die Spekulationen in verschiedene Richtungen gehen, nicht in den Mainstream-Medien – ist ja niemals zu erwarten! –, sondern in kleinen Nischenmedien, in Blogs und in den sozialen Netzwerken, und das auch nur wenig bis gar nicht im deutschsprachigen Raum. So hat z.B. das Online-Magazin „NEX“ zwar mit der Überschrift: „Mysteriöser Tod. PKK-Anhänger: ,Oberst Stephan Spöttel starb bei Antiterrorangriff der Türkei‘ “ auf, konterkariert aber seine eigene Überschrift im Artikel mit dem Satz: „In sozialen Medien von PKK-nahen Kreisen gestreute Gerüchte, wonach Spöttel einem türkischen Antiterrorangriff gegen PKK-Stellungen zum Opfer gefallen wäre, wie diese auch am Mittwoch wieder geflogen wurden, haben sich schnell als haltlos herausgestellt.“ (12)

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Screenshot des NEX-Beitrags

 

Interessant ist allerdings das Echo auf diesen Artikel bei NEX aber auch auf Blogs und Netzwerken überhaupt:
Man brauche sich von deutscher Seite nicht zu wundern, denn wenn man Terroristen ausbilde, mit Waffen beliefere und finanziere, müsse „auch ein Deutscher mal erschossen“ werden, man solle dem Terroristen-Ausbilder „keine Träne nachweinen“, und es gebe weitere Tote, wenn Merkel nicht aufhöre „Terroristen zu bewaffnen“. Weitere Kommentare lauten ebenfalls in diese Richtung: „Der wurde von der türkischen Luftwaffe getötet…Deutschland vertuscht nur weil damit niemand weiß das ihr General getötet wurde in Terroristen Gebiet…was sucht der dort mehrere Deutsche Soldaten wurden getötet nicht nur einer.“ Auch als „Kollateralschaden“ wird der Tod mehrfach bezeichnet. Diese vielen Dutzend zum Teil sehr emotionaler Kommentare – fast ausnahmslos von Verfassern mit türkischen Namen – sind selbstverständlich kein Beleg für irgendeine Spekulation in Richtung Tod bei türkischem Luftangriff oder durch türkische Geheimdienst oder ähnliches, sie zeigen aber zumindest, daß man sich türkischerseits einen solchen Ablauf durchaus vorstellen kann oder sogar wünschen würde.

Andere Kommentare gehen in eine andere Richtung: Die PKK selbst wird verdächtigt, hier beteiligt gewesen zu sein, denn die „pkk beißt seit Jahrzehnten in die Hand die sie füttert“. Und konkret schreibt einer: „Die PKK hat den deutschen General wahrscheinlich liquidiert, weil die deutschen Offiziere Information an die Türken weiter gegeben haben, wurde der deutsche general für schuldig gesprochen.“ Dazu paßt auch die mehrfach geäußerte Vermutung, Spöttel habe für den BND Informationen über die militärischen Einheiten der Peschmerga und der PKK gesammelt, die der deutsche Auslandsgeheimdienst dann direkt oder über US-Geheimdienste an die türkischen Dienste weitergeben habe, die dann mit diesen Daten ihre Luftwaffe sehr effektiv gegen die Kurden einsetzen konnten. Der deutsche Journalist Christoph Hörstel berichtete dazu vor wenigen Tagen folgendes:

„TÜRKEI – BND: Türkische Medien: BND trainiert PKK-Kämpfer
Von sieben deutschen Agenten des Programms sei jetzt mindestens einer bei einem Bombenangriff tödlich getroffen worden, heißt es in einem Bericht. Der Name wird mit Kevin Joachim alias Dilsoz Bahar angegeben, er stamme aus Karlsruhe, sei 23 Jahre alt. Ich kann die Geschichte von hier aus kaum verifizieren – doch läge eine solche Zusammenarbeit absolut im Interessenbereich der USA in der Region, dem sich die Bundesregierung stets verpflichtet fühlt. Die Türkei beschwert sich seit einiger Zeit über derartige deutsche Aktivitäten. Besonders schwerwiegend ist der Vorwurf der Hilfeleistung im Bombenbau: das wäre Terror-Unterstützung! http://bit.ly/1xjZ9hs türkische Quelle: http://bit.ly/1KkfG9L englisch übertragen: http://bit.ly/1LAABqy “ (13)

http://superhaber.tv/sites/default/files/styles/640360/public/kandilde-vurulan-alman-ajanin-tuhaf-hikayesi.jpg
Zitat: “Well, a BND officer Kevin Joachim was killed in Qandil (most probably in Turkish Air Raids) before.“ (14)
(Der Link führt leider nicht mehr zum Bild)

 

Das obenstehende Foto, das den getöteten BND-Mann Kevin Joachim und seine Beerdigung zeigen soll, illustriert zusammen mit einem Bild Spöttels die Diskussion in dem bekannten und international viel gelesenen World’s Armed Forces Forum unter dem Thema „Germany vs. Turkey“. Dort werden dei beiden Toten als Opfer eines zusammenhängenden Handlungsstranges betrachtet: Es gehe darum, die Deutschen davon zu überzeugen, sich nicht in Dinge einzumischen, die sie nichts angehen. Das ganze Thema gipfelt am Ende in der klaren Ansage: “I hope with those two incidents Germany gets the message and lowers its support to kurdish animals.“ Und: “Nothing will ever convince Germany to stop supporting terrorists against Turkey better than assassinations of outspoken anti-Turkish/Muslim politicians or bombs going off in the U-Bahn on a busy Monday morning.“ (15) Zu deutsch, man hoffe, daß die beiden Vorfälle den Deutschen zeigen würden, daß sie ihre Hilfe für die „kurdischen Tiere“ besser einstellen sollten, und daß man Deutschland am besten durch Mordanschläge auf Türkei- oder muslimfeindliche Politiker oder durch Bomben in vollbesetzten U-Bahnen an einem Montagmorgen davon übzeugen könne.

 

Oberst i.G. Stephan Spöttel

 

Fazit

Bleiben also für uns mehrere Fragen offen:

  1. Stimmt die Version eines natürlichen Todes von Oberst Stephan Spöttel wirklich, oder wird hier etwas vertuscht?
  2. Wenn etwas vertuscht wird, was? Möglicherweise ein tödlicher Luftangriff bei einem Einsatz an der Front? Möglicherweise ein Attentat von türkischen Agenten, PKK-Mördern oder sogar IS-Tätern? Gab es vielleicht auch nur ein „normales“ Verbrechen, oder war es doch ein Selbstmord angesichts der Opfer, die eventuell durch gutgläubige Weitergabe von Informationen an den BND verursacht wurden? Alle diese Szenarien würden wohl mit Sicherheit der deutschen Öffentlichkeit nicht präsentiert werden, da ihre politischen Folgen für die BRD katastrophal wären und ungeheuere Diskussionen in Politik und Gesellschaft zur Folge hätten!
  3. Reiht sich das Geschehene in die unenlich Kette von Pannen oder Täuschungsaktionen des BND ein, wobei wieder einmal die Mainstream-Medien das mitmachen was sie am besten können: Vertuschen, Täuschen, Falschberichten, Weglassen, Umdeuten?

Es bleibt in diesem Fall wieder nur Eines:
Sapere Aude!
Wage es, Dich Deines eigenen Verstands zu bedienen! Und wachsam bleiben und kritisch bei allem, auch bei diesem Betrag hier! Nichts ist bewiesen, alles offen – aber wir dürfen nichts einfach unhinterfragt durchgehen lassen.

____________

Fußnoten:

(1) http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!ut/p/c4/NYtNC8IwEET_UbapguCtoR48ePFi66Vsm6UE81GSjQXxx5scnIF3eTPwhFKPb7Mim-DRwgDjYs7zLuZdk8AXZ7KWksCcJk1uIuMT8gce9VkWS_DElUyeTeEakUMUW4hsq8kxFiOMhrGRvZKn5h_57drbZVCH9thf1R0257ofzRP72w!!/
http://www.nbcnews.com/news/world/anti-isis-coalition-personnel-dies-iraqs-city-irbil-n432291

(2) http://www.einsatz.bundeswehr.de/resource/resource/MzEzNTM4MmUzMzMyMmUzMTM1MzMyZTM2MzEzMDMwMzAzMDMwMzAzMDY5MzU3ODZmNzM2MTZhNzcyMDIwMjAyMDIw/Beschluss%20BuReg%20zur%20Fortsetzung%20der%20Unterst%C3%BCtzung%20vom%2005.02.2015.pdf

(3) http://www.einsatz.bundeswehr.de/resource/resource/MzEzNTM4MmUzMzMyMmUzMTM1MzMyZTM2MzIzMDMwMzAzMDMwMzAzMDY5MzQzMTM4Mzc3NzM5NzgyMDIwMjAyMDIw/Antrag%20Bundesregierung_1803561.pdf

(4) http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/a/einsatzbw/!ut/p/c4/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP3I5EyrpHK9pPKU1PjUzLzixJIqIDcxu6Q0NScHKpRaUpWql1mUmK2XkZlXklqUXlSal6JfkO2oCABy9xUb/

(5) http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/a/einsatzbw/!ut/p/c4/LYvBCoMwEET_KGuKENpbRAq99mLtpaxmkaUxkXStIP34JuAMDMw8Bp6QHfDLEwrHgB4e0I98GTY1bI5exOGDsueKb1nJ-2Mi2Qm6cnakxhhISgoF4ZxTQolJLTGJL2RNKRPFDvpKt402dXVI_-zpam19Nqa9NXdY5tn-AflfOPM!/

(6) http://www.focus.de/politik/ausland/unterbringung-im-luxus-hotel-das-kostet-der-bundeswehreinsatz-im-irak_id_4961104.html

(7) http://www.hurriyetdailynews.com/turkish-fighter-jets-hit-pkk-bases-in-northern-iraq—-.aspx?pageID=238&nid=88927&NewsCatID=341
http://english.alarabiya.net/en/News/middle-east/2015/09/23/Turkish-jets-pound-Kurdish-militant-camp-in-northern-Iraq.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-bombardiert-pkk-lager-im-nordirak-55-tote-a-1053789.html#ref=rss

(8) wie hier in einem letzten Interview vor enigen Tagen mit der Online-Redaktion des Deutschen Bundeswehr Verbands e.V.: https://www.dbwv.de/C12574E8003E04C8/Print/W2A2N9R4976DBWNDE

(9) Interview ebenda:
„Die Bundeswehr: Derzeit sind Sie noch im Hotel untergebracht. Ist das bisher okay gewesen?
Stephan Spöttel: Gut, damit gehen bestimmte Einschränkungen einher, so haben wir hier eine eigene Bewachung zu stellen. Aber um es kurz zu machen: Im Camp wären wir mit Sicherheit noch besser aufgehoben als hier im Hotel.“

(10) Interview ebenda:
„Die Bundeswehr: Haben Sie auch Rückmeldungen von den Kämpfern über den Verlauf des Kampfes gegen den IS?
Stephan Spöttel: Natürlich! Das gehört mit zu dem Bild, das wir uns vor der Ankunft der Kämpfer machen. Wir schauen uns genau an, aus welchem Frontsektor das Bataillon kommt, wie dort die Gegebenheiten sind, wie oft sie angegriffen werden, ob das eher am Tag oder in der Nacht ist, ob das mit direktem oder indirektem Feuer passiert. (…) In der Regel mache ich mir dann mit einem der Ausbilder ein Bild vor Ort. (…)“

(11) Wegen seines mutmaßlichen Wissens um das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 soll Rommel zum Selbstmord gezwungen worden sein. Sein Tod wurde offiziell allerdings darauf zurückgeführt, daß er seinen schweren Verwundungen erlegen sei.

(12) http://nachrichtenexpress.com/09/2015/pkk-anhaenger-oberst-stephan-spoettel-starb-bei-antiterrorangriff-der-tuerkei/

(13) http://uncut-news.ch/deutschland/tuerkei-bnd-tuerkische-medien-bnd-trainiert-pkk-kaempfer/

(14) http://www.network54.com/Forum/248068/thread/1443055002/1/Germany+vs.+Turkey+–

(15) Ebenda

2 thoughts on “Nordirak: Deutscher Kontingentführer tot aufgefunden – Spekulationen um Todesursache

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