buchdienst.de – Blog und Buchladen

Warenkorb

NSU: Neues für die Anstalt


Claus von Wagner (links), einer der beiden Protagonisten des ZDF-Kabarett-Programms „Neues aus der Anstalt“, sowie der NSU-Leaks-Blogbetreiber „fatalist“ (rechts) vom „Arbeitskreis NSU“

Mehr oder weniger witzig widmete die ZDF-Sendung „Neues aus der Anstalt“ in der Sendung vom 17.11. einen breiten Teil seiner Sendung dem „rechten Terrorismus“ und insbesondere dem „Nationalsoziaistischen Untergrund“ (NSU). Nur wenige Zuschauer dürften über das entsprechende Langzeitgedächtnis verfügen, um sich an die Geschehnisse und die Hintergründe, so weit sie in der medialen Öffentlichkeit überhaupt dargestellt und diskutiert wurden, nach vier Jahren noch zu erinnern.

Zur Gedächtnishilfe ein paar kurze Stichpunkte:
4.11.2011 morgens – Banküberfall in Eisenach, vormittags ein brennendes Wohnmobil in unmittelbarer Nähe, darin zwei Tote Männer, nachmittags eine brennende Wohnung in Zwickau, in der zwei Männer und eine Frau zusammen gelebt haben sollen. Im Wohnmobil wie auch in der Wohnung werden im Laufe des Tages mehrere Waffen entdeckt, eine durchgeladene Pistole aus dem Wohnmobil soll von der Polizei entnommen worden sein, um sie anhand der Waffennummer zu identifizierenen. Ein Zusammenhang zwischen den Toten in Eisenach-Stregda und der ausgebrannten Wohnung in Zwickau wird vermutet, der Verbleib der jungen Frau ist zunächst ungeklärt. Das Wohnmobil wird auf Anweisung der Polizei von einem privaten Abschleppunternehmen am Nachmittag in dessen Halle transportiert (mit den Leichen im Fahrzeug), die teilweise ausgebrannte und durch Explosionen beschädigte Wohnung wird nach einer ersten kurzen Untersuchung in den Nachtstunden auf Anweisung der Polizei teilweise mit schwerem Gerät abgerissen und die Mauerreste, Deckenbalken und die Wohnungseinrichtung mit vielen hundert Gegenständen aller Art zum großen Teil dabei zu einem wirren Schutthaufen im Garten aufgehäuft. Soweit die wohl unstreitige Faktenlage.

Andere Ereignisse dieses Tages und die Geschehnisse in den nächsten Tagen sind unklar und auch in der offiziellen Darstellung, wie sie aus den durch „fatalist“ geleakten Akten hervorgeht, widersprüchlich oder unzureichend dokumentiert. Es würde zu weit führen, hier in Details einzusteigen, daher soll ebenfalls nur stichwortmäßig die durch die Behörden, die Politik und vor allem durch die faktifizierende und ständig wiederholte Erzählung der „NSU-Geschichte“, die dadurch ins allgemeine Bewußtsein eingebrannt ist, dargestellt werden:
Die im Wohnmobil aufgefundene Waffe soll, ebenso wie eine zweite Waffe aus dem Wohnmobil zum Mord an einer Polizistin und der lebensgefährlichen Kopfschußverletzung ihres Kollegen 2007 in Heilbronn führen, denen beide Waffen nach der Tat geraubt wurden. Eine viele Tage später angeblich im Brandschutt der Zwickauer Wohnung gefundene Waffe soll bei den Morden an neun Opfern der sogenannten „Dönermorde“ zwischen September 2000 und April 2006 die Tatwaffe gewesen sein. Die beiden Toten aus dem Wohnmobil, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, die sich nach dem Bankraub in Eisenach aus Angst vor Entdeckung erschossen haben sollen, sollen zuvor viele Jahre lang zusammen mit der vermißten jungen Frau, Beate Zschäpe, die sich nach wenigen Tagen selbst der Polizei stellte, in der Wohnung in Zwickau (und davor in anderen gemeinsamen Wohnungen) gelebt haben. Dabei sollen sie gemeinsam als „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) die genannten zehn Morde (plus zwei Bombenanschläge in Köln und mehrere Banküberfälle) in gemeinsamer Täterschaft begangen haben. Dieser Taten sollen sie sich auf einer sogenannten Bekenner-CD in Form eines ca. 15-minütigen Zeichentrickfilms gerühmt haben.

Um dieses Grundgerüst der Geschichte rankten sich im Laufe der Zeit viele weitere Ableger, auf die auch in der hier genannten Folge von „Neues aus der Anstalt“ Bezug genommen wurde. Ebenfalls in Kurzfassung:
Der „NSU“ soll, nach der Auffassung vieler, keine abgeschirmte Drei-Täter-Gruppe gewesen sein, sondern nur die sichtbar gewordene Spitze eines großen Nazi-Netzwerkes in ganz Deutschland mit Verflechtungen ins Ausland. Ebenfalls soll dieses Netzwerk Verbindung mit weiten Teilen der Behörden, vor allem der diversen Geheimdienste, gehabt haben, die über die drei Haupttäter und das gesamte Netzwerk oft ihre schützende oder unterstützende Hand (so z.B. durch eng mit dem NSU-Trio verbandelten V-Leuten) hehalten und geboten haben, sodaß von einer indirekten oder sogar direkten Beteiligung staatlicher Stellen an den Morden auszugehen sei. Daher werde die Existenz dieses rechten Netzwerkes heute von allen Staatsorganen (Polizei, Geheimdienste, Justiz, Politik) bestritten und aktiv verdeckt (z.B. durch Aktenvernichtung). Der Prozeß gegen Beate Zschäpe und einige bekannt gewordene Helfer (andere wurden bisher nicht angeklagt oder ihre Verfahren abgetrennt) sei daher in weiten teilen nur eine Verhöhnung der Opfer, weil dort die „Wahrheit über das NSU-Netzwerk“ aktiv unterdrückt werde.

Vor diesem Hintergrund also machte sich die „Anstalt“ ans Werk, um „politisches Kabarett im besten Sinne“ zu machen — witzig, aufklärerisch, aufdeckend, anklagend und betroffen machend. Dazu hatte der bereits genannte Aktenleaker „fatalist“ die glänzende Idee, sich das Ergebnis einmal vorzunehmen und auf seinen Inhalt zu überprüfen. Nun ist „fatalist“ (wer mehr über ihn wissen will, kann ja mal die Suchmaschinen glühen lassen) ja nicht ein weiterer Presse-Märchenonkel, der sich hinter dem Begriff „investigativer Journalist“ versteckt, um absurde Theorien von anderen „investigativen Journalisten“ abzuschreiben oder neu aufzubereiten, sondern er kennt die Aktenlage in Sachen „NSU“ wie kein anderer. Er ist also genau der Richtige, um sich die Aussagen dieses „Anstalt“-Programms einmal genauer anzuschauen. Aber sehen und urteilen Sie selbst…

 

 

Wer sich über Einzelheiten weiter informieren möchte, kann sich über folgende Links zu weiteren Themen einlesen:

Aufklärung ist nicht die Aufgabe von „DIE ANSTALT“ im ZDF http://fatalistblog.arbeitskreis-n.su…
Nicht nur Staatsministerin Aydan Özoguz fragt nach den wahren Mördern http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/01…
NSU-Lügen zur Wahrung der Staatsgeheimnisse http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/11…
Aber dass sie am Abzug waren, das ist in fast allen Fällen bis heute nicht bewiesen http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/11…
„BfV-Aushorchzelle = Trio aus Jena“. Was ist damit gemeint? http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/06…
Noch ein Indiz: Starke ist 1998 Spitzel gewesen, als er das Trio versteckte: Aushorchzelle. http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/10…
Der Mord in Hamburg 2001: Drogen, Schutzgeld und die PKK ? http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/07…
Warum musste die Döner-Mordserie beim NSU entsorgt werden? http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/09…
Das PKK-Killerkommando aus Holland traf sich 2001 beim Yozgat in Kassel http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/07…
Der Mörder von Yasar in Nürnberg wurde 2006 ermittelt http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/06…
Fotos zum Mordfall Simsek und den „späten“ Ceska-Hülsen http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/06…
Der Mord am Kioskbesitzer Kubasik, der zuvor bedroht wurde http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/07…
Der Kampf der Türkischen Geheimdienste gegen die PKK in Deutschland http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/08…
Mord an Kilic. Projektil lag draussen, Zeugin S. erkennt 2005 einen Radfahrer aus Nürnberg https://sicherungsblog.wordpress.com/…
Die Messerklinge steckte im Hals. Rostock 2004 http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/07…
Rostock 2004: Auf Weisung verschwand die Klinge aus dem Hals? Wo kommen die Projektile plötzlich her? http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/07…
Tiefer Staat in Rostock? Erstochen und/oder erschossen: Mord Turgut 2004 http://arbeitskreis-n.su/blog/2014/09…
Die Dönermörder sind islamische V-Leute des Andreas Temme? Oder Temme + 1 V-Mann? http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/02…
Mordprozess von Mannheim: Tito liess mit Duldung der Regierung morden http://arbeitskreis-n.su/blog/2015/09…
Die Faschisten in der BRD sind die Grauen Wölfe http://fatalistblog.arbeitskreis-n.su…
Lässt Erdogan den MIT in Deutschland morden? So wie damals Tito? http://fatalistblog.arbeitskreis-n.su…

One thought on “NSU: Neues für die Anstalt

  1. Nö, Fatalist ist einer der unzähligen nationalen A********** da draußen, der unliebsame Meinungen (in dem Fall: meine Meinung, die ihm nicht gefiel) zensiert.

    Reicht doch, oder? Bin mal gespannt ob ihr euch auch in den Pool dieser „ehrenwerten Gesellschaft“ einordnet. Merke: Nationale Gesinnung ist nicht gleichbedeutend mit edler Mensch.

    ********
    Andere Meinungen gerne, unflätige Schimpfwörter NEIN DANKE

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Loading...
%d Bloggern gefällt das: