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Was ist denn jetzt schon wieder???

 

Kennen Sie das auch?
Sie haben den Baum besorgt – es war zu spät, er war teuer und nicht das, was die Frau bestellt hatte – und ihn mit viel Mühe in den rostigen Ständer gepreßt, die am letzten Tag gekaufte und daher nicht richtig aufgetaute Gans ist in der Röhre, doch die Geschenke für die Kinder sind alle noch rechtzeitig geliefert worden. Dann Singen, Fressen, Bescherung… Und dann sehen Sie in solche Gesichter, und es schleicht sich das Gefühl ein: Wofür mach` ich das eigentlich alles??? Die Geschenke sind genau die Sachen, die sich die Kleinen seit Wochen sehnlichst gewünscht haben, und trotzdem paßt ihnen wieder irgendwas nicht. Ein echter Mann und autoritärer Vater sagt in solchen Momenten: „Ich geh` mal mit dem Hund raus“, und verabschiedet sich für die nächsten zwei Stunden. Sollen sie sehen, wie sie klarkommen.

Das kommt einem in den Sinn, wenn man die Gesichter von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (links) und Christoph Hillenbrand, Präsident der Regierung Oberbayern anschaut. Sie haben alles bekommen, was sie sich gewünscht haben: Nazi-Popanz aufgebaut und glänzend niedergemacht, „besorgte Bürger“ diffamiert, in die rechte Ecke gestellt und mundtot gemacht, Grenzen offen bis runter nach Syrien, und alle Migrantinnen und Migranten auf dem, wenn auch etwas langsamen und beschwerlichen Weg nach Deutschland. München wurde zur „Hauptstadt der Bewegung“, nämlich der Flüchtlingsbewegung und der menschlich-angerührten Bewegung über das Schicksal der Menschen die nun endlich zu uns kommen können. Und es werden viel mehr, als sich die beiden vor Wochen noch erhofft haben! Schließlich noch der offizielle Merkel-Erlaß: „Alle können kommen, es gibt keine Obergrenze“. Als krönender Abschluß noch der Schulterklopferer: „Wir schaffen das.“

Aber hier fängt die Bescherung an: Hat sie vielleicht doch gesagt oder gemeint: „SIE schaffen das“? Alles ist perfekt angerichtet, und die Vorfeierfreude vom letzten Wochenende war doch superbunt und weltoffen, aber irgendwas läuft falsch. Wer oder was gibt denn hier den Partyschreck?

Es ist einfach immer wieder das gleiche Malheur, wenn linke Utopien auf die Realität treffen: Linke glauben nunmal, daß, wenn sie eine Utopie verwirklichen wollen, da alle mitmachen, weil sie und alle Menschen ja „gut“ sind (außer eben die „Nazis“), und die „Gutmenschen“ (das müssen nicht unbedingt Linke sein) bestätigen und bestärken sie in diesem Glauben. Doch als gelernte Verwaltungsmenschen wissen Reiter und Hillenbrand (sie werden hier nur stellvertretend genannt), daß es Ressourcen braucht für die Errichtung Utopias: Essen, Trinken, Schlafstätten (später Wohnraum), medizinische Versorgung, Betreuung, Lehrer, Aufpasser, Kindergärten, Schulen, Studienplätze,  Ausbildungsplätze, Arbeitsplätze und GELD — das vor allem. Und das ganze noch mit x multipliziert, weil a) der Zustrom nicht abreißen wird und b) die vielköpfigen Familien erst in einigen Monaten nachkommen werden. Was also tun, wenn man irgendwie doch den Eindruck hat, diese Utopie ist wunderschön und erstrebenswert, aber ich allein kann das ja gar nicht schaffen, und meine feiernden Mitmenschen … hm, die gehen irgendwann nach Hause, machen die Türe hinter sich zu, rollen sich vor den Fernseher und schalten von der großen ZDF-Flüchtlingsgala wieder rüber zu RTL 2, wo ihnen die Werbung den Kauf des nächsten Audi A 6 dringend anempfiehlt, tja, da bleibt kein Geld für all die teuren Projekte des Gutmenschentums mehr über…

Und irgendwo tief drinnen ahnen die Gutmenschen auch: Es gibt keinen Punkt, wo Reiter und seinesgleichen sagen werden, daß sie nun erreicht hätten, was sie wollten, und dann endlich mal ein zufriedenes Gesicht machen und es gutsein lassen. Das linke Denken kennt keinen Stillstand im ewigen Fortschreiten der Menschheit zu neuen Höhen, Utopia (aus dem Griechischen: „Nicht-Ort“) ist immer woanders, als es die Menschen gerade sind. Da werden auch Gutmenschen irgendwann müde und bleiben am Wegesrand zurück. Ist es das Wissen um diese Unzulänglichkeiten der Menschen, die aus den oben gezeigten Gesichtern spricht? Eher nicht, das kommt im linken Weltbild nicht vor. Wer abweicht vom Tugendpfad geht eben „rechten Rattenfängern“ auf den Leim, zeigt eine „gruppenbezogene Unmenschlichkeit“, „Rassismus“ und „Islamfeindlichkeit“.

Zurück zu unserem Bescherungszwischenfall mit den miesepetrigen Kindergesichtern, die alles wunschgemäß bekommen haben, aber eben nicht einsehen wollten, daß sie ihre Geschenke nicht sofort bespielen konnten (Skateboardfahren in coolen Skaterklamotten geht nun mal nicht bei Eis und Schnee…). In meiner Abwesenheit gab es von „Mutti“ trotz der Flunsch und der Tränen eine ordentliche Standpauke, Klaps auf`n Arsch, „Auf-eure-Zimmer!“ und „Nächste Weihnachten gibt gar nichts!“. „Immerhin besser als die andere Mutti da in Berlin“, dachte ich noch. Aber dann hörte ich Reiter und Konsorten aus den Kinderzimmern flennen: „Nächstes Weihnachten will ich auch noch die, 1,8 Millionen Palästinenser. Und die Albaner, Kosovaren und Serben will ich auch alle…!“

Na dann, ich geh` mal mit dem Hund…

One thought on “Was ist denn jetzt schon wieder???

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